Mentoring

ANN_5820Mentoring ist eine klassische Form individueller Nachwuchsförderung und gilt als eines der wirksamsten Instrumente der Personalentwicklung in Organisationen. Eine berufserfahrene und fachlich etablierte Person (Mentor bzw. Mentorin) fördert eine in diesem Bereich unerfahrenere Person (Mentee) in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung, indem sie ihr Erfahrungswissen an sie weitergibt und ihr den Zugang zu beruflich relevanten Kreisen ebnet.

An Hochschulen werden formelle Mentoring-Programme für Nachwuchswissenschaftlerinnen als zeitlich begrenzte Intensivfördermaßnahmen eingesetzt. Sie dienen dazu, geschlechtsspezifische Qualifizierungs-bedingungen im Wissenschaftsbereich auszugleichen bzw. die Nachwuchswissenschaftlerinnen bei deren Bewältigung gezielt zu unterstützen.

Dabei ist zu beachten, dass die Teilnahme an einem Mentoring-Prozess die formal-fachliche wissenschaftliche Betreuung nicht ersetzen kann, sondern durch seine Fokussierung auf die Vermittlung überfachlicher Kompetenzen und informellen Erfahrungswissens als deren Ergänzung zu begreifen ist.

In formellen Mentoring-Programmen wird die Mentoring-Beziehung durch Workshops zur Vermittlung karriererelevanter Schlüsselkompetenzen sowie durch ein Rahmenprogramm ergänzt.

Mentoring-Inhalte

Eine Mentoring-Beziehung kann beinhalten:

  1. den Erfahrungs- und Wissenstransfer zu Strukturen, Spielregeln und Prozessen des Wissen-schaftssystems - auch im Perspektivenwechsel aus Sicht der Mentee und der Mentorin bzw. des Mentors
  2. den Austausch über geschlechtsspezifische Faktoren von Arbeit und Karriere im Wissenschafts-bereich
  3. individuelles Feedback und Beratung in Fragen der Karriereplanung und Entwicklung einer Karrierestrategie
  4. die Reflexion über Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Wissenschaftskarriere mit Familie und/oder einer Dual-Career-Partnerschaft
  5. die aktive Unterstützung der Mentee bei der Planung und Vorbereitung konkreter Karriere-schritte bzw. karriererelevanter Vorhaben, wie z.B. Publikationen, Auslandsaufenthalte, Bewerbungsverfahren etc.
  6. die Unterstützung beim Netzwerkaufbau bzw. -ausbau in der Scientific Community auf nationaler und internationaler Ebene

Mentoring-Formen

Mentoring wird in unterschiedlichen Varianten angeboten:

(1) One-to-One-Mentoring: eine Mentee wird von einer Mentorin bzw. einem Mentor betreut

(2) Gruppen-Mentoring: Mentees, die sich in einer vergleichbaren beruflichen Situation befinden, werden als Gruppe von einer Mentorin bzw. einem Mentor betreut

(3) Peer-Mentoring: Mentees, die sich in einer vergleichbaren beruflichen Situation befinden, sind als Gruppe organisiert und unterstützen sich wechselseitig